Unsere Welt wird immer bunter. In modernen Lackieranlagen muss eine Vielzahl von unterschiedlichen Farbtönen verarbeitet werden. Für diesen Zweck bietet Eisenmann LacTec automatische Schnellfarbwechselsysteme an, die den Anforderungen der modernen

Lackiertechnik wie Verarbeitung von Wasserlacken, Mehrkomponenten-Lacken, der Molchtechnik im Bereich der Farbwechseltechnik und der Lackversorgungssysteme angepasst sind.


Standardfarbwechsler

Automatische Farbwechsler als integrierte Baugruppe bestehen aus einer größeren Anzahl von Lackventilen, von denen jedes einen bestimmten Farbton in einen zentralen Kanal zur Verarbeitung freigeben kann. Der Farbwechsler wird üblicherweise in einem gewissen Abstand vom Lackzerstäuber angeordnet. Wenn ein Farbwechsel vorgenommen werden soll, muss der zentrale Kanal im Farbwechsler, die Leitung zum Zerstäuber und der Zerstäuber selbst schnell und automatisch gereinigt werden, bevor der neu zu verarbeitende Farbton dem Zerstäuber zugeführt wird. Fast immer ist zwischen Farbwechsler und Zerstäuber auch noch eine Lackdosiereinheit angeordnet, die im Verlauf des Farbwechselzyklus ebenfalls schnell und effektiv gereinigt und neu befüllt werden muss. Zu diesem Zweck ist ein auf den Lack abgestimmtes Spülmittel und Druckluft an den Farbwechsler angeschlossen. Diese Medien werden über separate Ventile ebenfalls dem zentralen Farbwechslerkanal zugeführt. Der Farbwechselzyklus wird über eine dafür eigens programmierte Steuerung gesteuert. Alle am Farbwechselablauf beteiligten Ventile müssen schnell und exakt immer dann geöffnet und geschlossen werden, wenn die jeweilige Funktion das erfordert. Weil die Dauer und die Qualität eines Farbwechsels immer von den verwendeten Lacken, deren Viskosität, den eingesetzten Spülmitteln, dem vorhandenen Lackdosieraggregat, dem Zerstäuber, der Länge der zu reinigenden und neu zu befüllenden Lackleitung abhängt, muss die Farbwechseltechnik immer prozessorientiert konzipiert und gesteuert werden. Das ist eine der Kernkompetenzen von Eisenmann LacTec.

TPS-System

In einem sogenannten TPS System ( Tracking Paint Supply) wird in die für Sonderfarben vorgesehene Leitung nur die Lackmenge eingefüllt (mit einer gewissen Reserve), die an den zu versorgenden Abnahmestellen benötigt wird. Nach der Befüllung mit dieser Menge wird ein Molch hinter dieser Lackmenge hergeschickt. Er wird vorzugsweise mit Druckluft beaufschlagt und schiebt die Lackmenge auch über längere Strecken zu den Abnahmestellen. Bei Bedarf kann die Sonderlackleitung mit speziellen Ventilen segmentiert werden, um in Reihe angeordnete Abnahmestellen nacheinander anzufahren. Auf diese Weise folgt der in der Sonderlackleitung vorgeschobene Lack dem zu lackierenden Werkstück in der Lackierlinie (Tracking). Nachdem das Werkstück an der letzten Abnahmestelle fertig lackiert worden ist, ist die Lackmenge in der TPS-Leitung bis auf einen minimalen Rest verbraucht. Dieser kann, je nach Menge oder Verwertbarkeit, entweder in den Vorratsbehälter zurückgeführt oder entsorgt werden. Anschließend wird die Leitung gespült.

Ein TPS-System ist dann zweckmäßig, wenn die zu befüllende Leitung relativ lang ist und ihr Volumen viel größer ist als die zur Verfügung stehende Lackmenge. Auf diese Weise können einzelne Werkstücke mit einem Sonderfarbton (auch z.B. einem nicht wiederkehrenden sogenannten Krawattenfarbton) in einer langen Lackierlinie mit vielen Abnahmestellen effektiv mit einer nur geringen einzufüllenden Lackmenge wirtschaftlich lackiert werden.

Easy-Pig System

In einem sogenannten EasyPig-System – es ist prozesstechnisch einfach strukturiert – wird eine für Sonderfarben vorgesehene Leitung mit dem zu verarbeitenden Farbton befüllt. Vor dem eingebrachten Lack wird ein Molch hergeschoben, der am Ende der Leitung in einer Parkstation verbleibt. Die Leitung wird an den zu versorgenden Abnahmestellen (Farbwechslern) vorbeigeführt. Nach der Verarbeitung des Sonderfarbtons wird der gesamte in der Leitung befindliche Lack mit Hilfe von Druckluft, die den Molch beaufschlagt, wieder in seinen Vorratsbehälter zurückgedrückt. Danach ist die Leitung leer und kann automatisch gespült werden.

Ein EasyPig-System ist dann zweckmäßig, wenn der Leitungsinhalt nicht zu groß ist und die für die Befüllung erforderliche Lackmenge in einem akzeptablen Verhältnis zum Lackvorrat steht und noch genügend Lack zur Verarbeitung verbleibt.