Mit der Anlieferung des Lackes in der Farbversorgung beginnt der Prozess der Lackierung. Von der Verarbeitung von Kleinstmengen bis hin zu sogenannten „High Runner“ Systemen in Liefergebinden von bis zu 1000 l muss alles verarbeitet und zuverlässig durch entsprechende Förderpumpen in Ringleitungs- bzw. Stichleitungssysteme gebracht werden. Die einfache Bedienbarkeit sowie die Überwachung der Lackversorgungssysteme müssen den hohen Ansprüchen der Qualitätssicherung entsprechen.

Eine Lackversorgung hat weitere komplexe Aufgaben zu erfüllen. Zum Beispiel das Aufrühren oder in Schwebe halten von Lackmaterial mittels Rührwerken.

Ebenso ist eine Überwachung der Füllstände sowie Filtration der Lacksysteme nach Vorgaben notwendig. Ein einfacher Austausch von Anliefergebinden durch Unterstützung von pneumatisch betriebenen Deckelhebern muss genauso gewährleistet sein, wie eine sichere Potentialtrennung bei Einsatz von Elektrostatik.

Zur Verarbeitung der gesamten Palette von Lacken, Härtern und Spülmitteln liefern wir Ihnen die auf Ihre Anforderungen zugeschnittenen Materialversorgungen für alle gängigen Gebindegrößen sowie auch Speziallösungen.


Sonderfarbversorgungssysteme

Sonderfarben (oder –lacke) sind solche, die nur gelegentlich verarbeitet werden sollen und für die keine eigene farbtonspezifische Leitung den Abnahmestellen zugeführt wird. Sonderfarben werden in eigens dafür vorgesehenen Leitungen zu den Abnahmestellen geführt und nach ihrer Verarbeitung wieder aus diesen Leitungen entfernt, um diese für die nächste Sonderfarbe nutzen zu können. Dadurch kann die Anzahl von Leitungen erheblich niedriger sein als die Anzahl der zur Verarbeitung vorgesehenen Farbtöne. Allerdings muss dafür Sorge getragen werden, dass der Wechsel von einer Sonderfarbe zur nächsten schnell und effektiv mit möglichst geringen Verlusten an Lack und Spülmittel von statten geht. Für diese schnelle Befüllung und Reinigung von Sonderfarbton-Leitungen setzt Eisenmann LacTec eine eigens entwickelte Molchtechnik ein. Eisenmann LacTec ist Innovator dieser Technologie und unterscheidet in EasyPig- und TPS-Systeme.

In einem sogenannten EasyPig-System – es ist prozesstechnisch einfach strukturiert – wird eine für Sonderfarben vorgesehene Leitung mit dem zu verarbeitenden Farbton befüllt. Vor dem eingebrachten Lack wird ein Molch hergeschoben, der am Ende der Leitung in einer Parkstation verbleibt. Die Leitung wird an den zu versorgenden Abnahmestellen (Farbwechslern) vorbeigeführt. Nach der Verarbeitung des Sonderfarbtons wird der gesamte in der Leitung befindliche Lack mit Hilfe von Druckluft, die den Molch beaufschlagt, wieder in seinen Vorratsbehälter zurückgedrückt. Danach ist die Leitung leer und kann automatisch gespült werden.

Ein EasyPig-System ist dann zweckmäßig, wenn der Leitungsinhalt nicht zu groß ist und die für die Befüllung erforderliche Lackmenge in einem akzeptablen Verhältnis zum Lackvorrat steht und noch genügend Lack zur Verarbeitung verbleibt.

In einem sogenannten TPS System ( Tracking Paint Supply) wird in die für Sonderfarben vorgesehene Leitung nur die Lackmenge eingefüllt (mit einer gewissen Reserve), die an den zu versorgenden Abnahmestellen benötigt wird. Nach der Befüllung mit dieser Menge wird ein Molch hinter dieser Lackmenge hergeschickt. Er wird vorzugsweise mit Druckluft beaufschlagt und schiebt die Lackmenge auch über längere Strecken zu den Abnahmestellen. Bei Bedarf kann die Sonderlackleitung mit speziellen Ventilen segmentiert werden, um in Reihe angeordnete Abnahmestellen nacheinander anzufahren. Auf diese Weise folgt der in der Sonderlackleitung vorgeschobene Lack dem zu lackierenden Werkstück in der Lackierlinie (Tracking). Nachdem das Werkstück an der letzten Abnahmestelle fertig lackiert worden ist, ist die Lackmenge in der TPS-Leitung bis auf einen minimalen Rest verbraucht. Dieser kann, je nach Menge oder Verwertbarkeit, entweder in den Vorratsbehälter zurückgeführt oder entsorgt werden. Anschließend wird die Leitung gespült.

Ein TPS-System ist dann zweckmäßig, wenn die zu befüllende Leitung relativ lang ist und ihr Volumen viel größer ist als die zur Verfügung stehende Lackmenge. Auf diese Weise können einzelne Werkstücke mit einem Sonderfarbton (auch z.B. einem nicht wiederkehrenden sogenannten Krawattenfarbton) in einer langen Lackierlinie mit vielen Abnahmestellen effektiv mit einer nur geringen einzufüllenden Lackmenge wirtschaftlich lackiert werden.